Vier-Pfoten-Einsatz in Alten- und Pflegeheim

Auszug Newsletter Januar 2012:
Felipe und Jordan sind Bretonen – 5 Jahre alt – und hochmotiviert bei der Arbeit!

Wenn sie das Heim betreten, sind die die Stars, auf mehr als nur einem Gesicht  erscheint plötzlich ein strahlendes und erwartungsvolles Lächeln.

Felipe und Jordan sind zwischenzeitlich Profis – sie kennen sich aus, wissen ganz genau, wer sie bereits sehnlichst erwartet hat, begrüßen hier, holen sich dort eine Streicheleinheit ab, legen mal kurz den Kopf mit den großen Kulleraugen tröstend auf den Schoß und machen einen großen Bogen um diejenigen, die mit Hunden nichts anfangen können.

Kann ich helfen? Jacke, Schuhe oder Socken ausziehen? Telefon oder Taschentücher bringen…?

Wer sie beobachtet merkt, dass ihnen dieser Job Spaß macht und sie sich hier wohl fühlen.

Scheinbar mühelos haben sie nacheinander den 10-monatigen Kurs „Tiergestützte Aktivitäten im Alten– und Pflegeheim” absolviert und verfügen über ein unglaubliches Repertoire an Beschäftigungsmöglichkeiten und Tricks wie Rechnen, Bringen von Taschentüchern wenn jemand niest, Aufräumen von namentlich benannten Gegenständen,  Ausziehen von Handschuhen/Socken/Jacken, Suchen und Apportieren des Telefons, Pfötchen geben, Winken und und und…

Gar nicht so einfach mit dem Rechnen - besonders wenn Frauchen auch noch die Tafel verkehrt herum hält...

Gar nicht so einfach mit dem Rechnen – besonders wenn Frauchen auch noch die Tafel verkehrt herum hält…

Die Patienten/Heimbewohner trainieren mit ihnen gemeinsam nicht nur ihr Gedächtnis indem sie u.a. die den Hunden gestellten Rechenaufgaben kontrollieren, sondern  auch ihre feinmotorischen Fähigkeiten wenn sie z.B. Leckerchen für die Hunde unter Hütchen verstecken.

Sie sind Gesprächsthema, auch bei vielen Menschen, die sonst mit niemandem mehr sprechen…

Erinnerungen werden wach, an den eigenen Hund…damals…man streckt sich, um das weiche Fell zu fühlen…

Als Begleiter bei einem Spaziergang neben dem Rollstuhl machen die weißbraunen Jagdhunde ebenfalls eine gute Figur und eine doppelte Leine schützt hier vor möglichen Überraschungen. Manchmal genügt aber auch „einfach-nur-dabei-sein” und dösen wie bei der Klangschalen-Therapie. Allein ihre Anwesenheit scheint Ruhe auszustrahlen – sie geben den Menschen hier viel, die kleinen Hunde aus einer spanischen Tötungsstation.

Ihre Besitzerin musste übrigens während des Kurses mindestens genauso viel lernen wie sie.  Von Lernverhalten,  Aufbau über positive Bestärkung, Motivation, Kommunikationsverhalten (u.a. Beschwichtigungssignalen), Stressanzeichen, Stressabbau, Einsatzplanung und vieles mehr, damit Felipe und Jordan der Job auch weiterhin Spaß macht und sie neben ihrem wertvollen Einsatz noch genug Zeit haben, um über die Wiesen zu flitzen und ausgiebig im kuschligen Körbchen zu schlafen.

Und schließlich muss ja zuhause auch noch jemand den Haushalt machen…(siehe Fotos unten)

Derzeit besucht Margitta Blinzinger eine Ausbildung zur „Basiskompetenz/Fachkraft für tiergestützte Therapie” um noch gezielter mit den Bewohnern arbeiten zu können.

Wir danken der Heim- und Geschäftsleitung des Alten- und Pflegeheimes Öhringen für die tolle Unterstützung und die Erlaubnis, Felipe und Jordan dort einsetzen zu dürfen. Ganz besonders auch den Bewohnern, die Felipe und Jordan während ihrer Ausbildung unterstützt haben.

Glückwunsch natürlich auch an das Hunde-Mensch-Team, das mit viel Herz und Kreativität bei der Arbeit ist!

Ganz schön viel drin...

Ganz schön viel drin…

Hat sich noch irgendwo eine Socke versteckt?

Hat sich noch irgendwo eine Socke versteckt?